Bei den Bio Bauerntagen in Wels am 28.02.2020 hatten wir nicht nur ein sehr gutes Gespräch mit Österreichs führender und bekanntester Klimaforscherin Helga Kromb Kolb, sondern wurde auch klar ersichtlich, welch wichtige Rolle das Grünland neben dem Wald für den Klimaschutz spielt. Davon konnte sich auch Europaministerin Karoline Edtstadler bei einem Besuch in der Bio-Heu-Region überzeugen.

 

Vielleicht sollten wir Greta einmal zu uns in die Bio-Heu-Region einladen, um ihr Lösungsansätze für einen aktiven Klimaschutz zu zeigen. Schließlich haben wir sowohl mit der Bio-Heu-Region, als auch mit dem Biodorf Seeham schon insgesamt 2 mal den Österreichischen Klimaschutzpreis gewonnen. mehr dazu hier.

 

https://www.biodorf.at/oesterreichischer-klimaschutzpreis-2015-gewonnen/ 

und hier https://www.heumilch.at/bio-heu-region-trumer-seenland-gewinnt-klimaschutzpreis-2012/

Eine treue Begleiterin der Bio-Heu-Region ist deswegen auch Helga Kromb Kolb. Hier ein Archivbild aus dem Jahre 2013, wo noch kaum jemand über aktiven Klimaschutz gesprochen hat.

 

Die Bio Heu Region ist sich mit Helga Kromb Kolb einig, dass wir ein westentlicher Teil der Lösung des Klimaschutzes sind. So stellte sie ihr Referat untern den Titel :

“ Landwirtschaft als Opfer, Täter und Teil der Lösung“

 

Sehr sachlich mit verständlichen Argumenten schilderte die Klimaforscherin ihre Beobachtungen und wissenschaftlichen Arbeiten des Klimas im Zeitraum von 133 Jahren.

 

Dabei war auch interessant zu erfahren, dass der globale Temperaturanstieg 1,5 Grad beträgt und der in Österreich 2,5 Grad. Ist aber leicht zu erklären. Wir sind eine alpine Region, die Gletscher schmelzen, der Schnee wird weniger und wir haben kein Meer in unmittelbarer Nähe. Dadurch der höhere Anstieg.

 

Es wird immer davon gesprochen, was der Klimaschutz kostet, nie aber davon, was er bis jetzt schon für einen Schaden, nur bei uns in Österreich angerichtet hat. Das sind pro Jahr ca. 8,8 Milliarden Euro. Allein durch Überschwemmungen, Hitze, Dürreschäden, Borkenkäfer usw. Nachzuvollziehen durch Zahlungen der Versicherungen und Katastrophenhilfen.

 

Nun warum sind wir ein Teil der Lösung.

Unser Boden ist der zweitgrößte Speicher von Kohlenstoff nach den Ozeanen. Er speichert zu mehr als 50 % dieses Kohlenstoffs. Am effektivsten sind dabei die Moore und Mooslandschaften. Natürlich speichert auch der Wald sehr viel CO 2. Nur dieser ist selbst durch den Klimawandel sehr stark davon betroffen.

 

 

Was können wir also tun, um nicht Opfer oder Täter, sondern ein Teil der Lösung zu sein ??

  • Flächenversiegelung stoppen

  • Grünland erhalten und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Böden

  • Moore, Mooslandschaften und natürliche Biotope erhalten

  • Bäume pflanzen und den Wald nachhaltig bewirtschaften

  • kleinbäuerliche Landwirtschaft erhalten

  • und vor allem regionale, saisonale und biologisch erzeugte Produkte kaufen

  • richtige Sortenwahl bei der Futterzusammensetzung

  • auf Bodenbearbeitung und Viehbesatz pro Hektar achten

  • weniger auf die Milchleistung sondern vermehrt auf die Lebensleistung und ein hohes Alter unserer Kühe züchten

Damit tragen wir wesentlich zur Stabilisierung unseres Klimas bei und sind ein Vorbild für unsere Jugend.

 

Oftmals wird in den Medien behauptet die Kuh wäre ein Klimakiller. Dass dies nicht stimmt, hat Anita Idel eindrucksvoll in ihrem Buch

„Die Kuh ist kein Klimakiller“ erklärt und bewiesen.

 

So erzeugt ein 600 kg  schweres Rind ca. 11 Tonnen Dünger/Jahr

Das heißt umgerechnet und wissenschaftlich erwiesen sind dies 120 kg Insekten Biomasse und dazu wertvoller Humus, welches enorm viel Kohlenstoff speichern kann. Dazu muss man wissen, dass es weltweit 70 % Grasland und nur 30 % Ackerland gibt. Die Kuh wandelt dieses Gras in wertvollsten Dünger und Humus um.

 

Wundert es da noch jemand, dass nicht nur die Wissenschaft sondern mittlerweile auch der Handel und die Politik erkannt haben, wie wichtig diese Grünlandwirtschaft ist. Natürlich müssen wir Landwirte endlich wegkommen vom Leistungsdenken. Es bringt auf Dauer nichts, möglichst viel Milch zu produzieren. Da waren sich unser Obmann, die Obfrau von Bio Austria Gertraud Grabmann und die Buchautorin einig.

 

Wir in der Bio-Heu-Region haben dies gemeinsam mit über 8000 Heumilchbauern allein in Österreich schon vor über 20 Jahren erkannt und sind einen anderen Weg gegangen. Mittlerweile wissen wir, dass dies auch der Weg des aktiven Klimaschutzes ist. Für unsere Ministerin Elisabeth Köstinger sind wir damit ein gutes Vorzeigeprojekt für ganz Europa.

 

Nicht nur wir Bäuerinnen und Bauern müssen selbst umdenken, sondern die Politik und die Gesellschaft davon überzeugen, dass Klimaschutz vor allem mit Landwirtschaft zusammenhängt. Auch wenn es Jahrzehnte anders gepredigt wurde, hat Landwirtschaft in diesem Jahrhundert hauptsächlich mit der Bewirtschaftung unserer Landschaft zu tun. Damit dies besser gelingt, gab es dazu noch ein Impulsreferat von Petra Wähning mit dem Titel

„Vom Mut zum Machen“ wie Neues entsteht

 

Besonders interessant an Petra Wähning ist, dass sie schon im 2014 beim Netzwerktreffen der Ökomodellregionen Bayerns für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig war, als Keil Franz in Weihenstephan und später im Bayrischen Staatsministerium unsere Bio-Heu-Region vorstellte. hier der Link dazu

Vorbild für Ökomodellregionen in Bayern

Die Bio-Heu-Region eingeladen im Bayrischen Staatsministerium

Jetzt macht sie bei allen ihren öffentlichen Auftritten den Menschen Mut neues im Sinne des Klimaschutzes zu beginnen. Der neue Obmann Stellvertreter Andreas Badinger aus Straßwalchen und ich durften ihr dabei unser Buch der Bio-Heu-Region überreichen. Es zeigt, wie aus einer Idee mit Mut eine richtige Erfolgsgeschichte geworden ist.