Nach dem Besuch im Salzburger Landtag und der Führung durch den BioArt Campus über den ja ausführlich hier in diesem Magazin berichtet wurde, ging es einen Tag später zum Workshop „Biostädte und Tourismus“.

 

Unter der Leitung von Renate Schaffenberger trafen sich eine Reihe von interessierten und überzeugten Touristiker aus Seeham und Mattsee für das Salzburger Seenland, aus Bayern für die Ökomodellregion Waginger See, aus Wien für Symbiose aus Bio und Tourismus in einer Großstadt, aus dem Trento der Stadtrat und natürlich aus Brüssel der Philosoph und Direktor der Biostädte Europas Claudio Serafini.

 

Besonders erfreulich war auch die Anwesenheit von zwei unserer ehemaligen Heuköniginnen. Magdalena und Leonie Barth. Beide sind sehr interessiert an diesem Thema bzw. absolvieren darin sogar ein Studium. Einfach wunderschön, wenn sich die Jugend und kommende Generation mit dem Thema Bio, Nachhaltigkeit, Werte sowie Natur und Umwelt befasst und versucht etwas dafür zu tun. Denn im Leben geht es immer um das TUN.

 

Die Teilnehmer dieses Workshop haben ihr TUN schon oft bewiesen und daher nach der Begrüßung von ihren umgesetzten Projekten erzählt. Auf jedes einzelne Projekt einzugehen, würde jetzt den Rahmen sprengen, aber einige darf hier aufzeigen.

 

Zuerst das Salzburger Seenland. Vertreten durch Geschäftsführerin Manuela Bachler, sowie den Obleuten des Tourismusverbandes aus Seeham und Mattsee. Dass wir in einem Paradies leben, nämlich dort wo andere Urlaub machen ist uns allen bewusst und dies soll auch so bleiben.

 

Das Biodorf Seeham und die Bio-Heu-Region setzen sich schon seit vielen Jahren für genau für diesen, sanften, nachhaltigen Tourismus und eine möglichst, naturschonende, biologische Bewirtschaftung von Grund und Boden ein. Franz Keil und Renate Schaffenberger haben darüber referiert.

 

Robert Rosenstatter der Ideengeber, Bio Pionier, Hausherr des BioArt Campus und Visionär auf Basis der gesamten biologischen Lebensweise erzählte uns dann über das „BioParadies SalzburgerLand“.

Ja der Robert hat Bio im Blut. Würde sogar sagen, auch in seinem Herzen und der Seele ist alles Bio. Kein Wunder also, dass der BioArt Campus als das Herz von Bio, im Herzen Europas bezeichnet wird.

 

Aktuell zählt das BioParadies rund 30 Gastgeberbetriebe sowie 32 Schaubauernhöfe, die an diese Initiative glauben. Es waren die Pioniere Franz Widauer, Marianne Brettermeier, Robert Rosenstatter und Peter Hecht, die gemeinsam die nächsten Schritte initiierten.

Es galt weitere starke Partner zu finden, die an die Idee einer touristischen Vermarktungsgruppe, die sich auf biologisches und sehr naturnahes Angebot spezialisiert, glaubten.

Und sie wurden fündig beim SalzburgerLand Tourismus, der Landestourismusorganisation für das Bundesland Salzburg, sowie zur Vermarkungsplattform „Urlaub am Bauernhof“, die als Partner gewonnen werden konnten. Kurz darauf, im Frühjahr 1999 wurde der Verein „BioParadies SalzburgerLand“ gegründet. In enger Kooperation mit dem SalzburgerLand Tourismus werden die Gastgeber des BioParadies SalzburgerLand europaweit bei bioaffinen Zielgruppen vorgestellt.

 

Soweit die Infos über das BioParadies SalzburgerLand.

Um die Menschen dort abzuholen wo sie gerade stehen, braucht es auch verschiedene Innitiativen. So wie in Trento, wo gerade ein großes Bio Festival im entstehen ist. Marcello Carli referierte über die Erfahrungen mit Bio in seiner Stadt und wie es in Zukunft weitergehen kann.

Damit kommen wir zu Dipl. Ing. Herbert Weidinger. Bereichsleiter für Forst und Landwirtschaftsbetriebe in Wien.

Die Abteilung Klima, Forst- und Landwirtschaftsbetrieb sichert nachhaltig wichtige Lebensgrundlagen der Wiener Bevölkerung. Sie betreut und bewirtschaftet Wälder, Wiesen, Gebirgsflächen, Gewässer, Felder und Weingärten.

Die Stadt Wien und die Bio Forschung Austria, ein Partner des Forst- und Landwirtschaftsbetriebs, beteiligen sich als aktive Mitglieder innerhalb des Organic Cities Network Europe an der internationalen Vernetzung und Weiterentwicklung des biologischen Landbaus.

 

Wien zählt weltweit zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität und einem einzigartigen Ausmaß an Grünraum. Ein wesentlicher Teil davon – fast 14 Prozent beziehungsweise circa 5.700 Hektar – wird von den Wiener Bäuer*innen für die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten in hervorragender Qualität und Vielfalt genutzt. Die Stadt Wien selbst bewirtschaftet davon 2.000 Hektar Acker- und Weinflächen.

 

Bei vielen Produkten, vor allem bei Gemüse – Gurken, Salat, Paradeiser – aber auch bei Getreide und Wein kann die Wiener Landwirtschaft die Wiener Bevölkerung zu einem bedeutenden Maß selbst versorgen.

Das heißt, in Wien werden pro Tag ca. 100 000 Mahlzeiten an Schulen, Spitäler, Altersheime usw. in Bio Qualiät ausgeliefert und viele weitere Menschen versorgt. Mit „Wiener Gusto“ in hundert Prozent Bio hat die Stadt Wien 2023 die Auszeichnung zur Bio Hauptstadt Europas also mehr als verdient gewonnen.

Wie schön dass Herbert Weidinger uns dazu in der ersten „Best Organic City of Europe“ besucht hat. Ich persönlich kenne Herbert schon lange durch unsere gemeinsamen Auftritte beim Stadt, Land Bio Kongress in Nürnberg am Rande der größten Biofachmesse der Welt.

Er kann als Bio Pionier der Stadt Wien angesehen werden und hat auch die volle Unterstützung vom jetzigen Bürgermeister, sowie der ganzen Stadtregierung.

 

Wie Claudio Serafini sicher bestätigen kann, ist Wien neben dem Biodorf Seeham sicher ein Vorzeige und Musterbeispiel für Bio in Europa und der Welt.

Dazu braucht es aber Menschen, die nicht nur Ideen, Visionen und gute Gedanken im Kopf haben, sondern diese auch umsetzen. In vielen Gesprächen ist dies Claudio Serafini in einigen Ländern und Städten schon gelungen. Mehr dazu könnt ihr hier finden.

https://www.biodorf.at/biodorf-seeham-als-vorbild-fuer-europa-2/

Es zahlt sich auch aus, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und sich das Video in diesem Link anzusehen.

 

Mein eigenes Fazit der letzten 2 Tage sowohl beim Empfang im Salzburger Landtag als auch im Workshop des BioArt Campus lautet.

Es ist schon sehr viel geschehen, worauf man auch stolz sein darf. In Zukunft wird es jedoch immer wichtiger werden, BIO vor allem in die Herzen der Menschen zu bringen. Dann kann eine weitere Vision von Robert Rosenstatter eines Tages tatsächlich Wirklichkeit werden. Dass es keine Bio Hotels mehr braucht, weil alles BIO ist.

Damit dies auch gelingt, braucht es solche Menschen wie Anna und Michael von „Wild und Wechsel“ die im BioArt Campus ihren Traum in die Realität umgesetzt haben und über die ich im nächsten Beitrag ausführlich berichten werde. Die „BioArt Denkwerkstatt“ ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in diese Richtung.